Pflegetherapie

Was ist Pflegetherapie?

Seit der Neufassung der Definition der Pflegebedürftigkeit im Sozialgesetzbuch XI (ab 01.01.2017) stehen nicht mehr die zeitlichen Bedarfe für Unterstützung im Mittelpunkt der individuellen Begutachtung. Vielmehr werden nun in sechs Modulen die Fähigkeiten und der Grad an Selbständigkeit in der alltäglichen Lebensführung bewertet.

Die sechs Module sind:

  • Mobilität
  • kognitive und kommunikative Fähigkeiten
  • Verhaltensweisen und psychische Problemlagen
  • Selbstversorgung
  • Bewältigung und selbständiger Umgang mit krankheits- oder therapiebedingten Anforderungen und Belastungen
  • Gestaltung des Alltagslebens und sozialer Umgang

Die Beurteilung der individuellen Fähigkeiten in den Modulen ermöglicht es nun, nicht nur die Problemsituationen zu benennen, sondern auch gezielte Maßnahmen zu planen und anzuwenden. Diese basieren auf aktuellen Erkenntnissen aus der Pflegewissenschaft und relevanten Bezugswissenschaften.
Die Bewältigung des Alltags in einem störungsfreien und entwicklungsfördernden Umfeld steht im Zentrum unseres Leistungsangebotes.
Im Mittelpunkt unserer therapeutischen Tagespflege stehen evidenzbasierte, nicht-medikamentöse Therapieformen, die ein erweitertes Spektrum von therapeutischen Einflussmöglichkeiten für pflegebedürftige Menschen bieten.

Was sind pflegetherapeutische Interventionen?

Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie und Musiktherapie grenzen sich von der Pflegetherapie insbesondere durch den spezifischen Fokus ihrer Therapiemaßnahmen ab. Sie sind im Wesentlichen zeitlich begrenzt, sowohl in Anzahl der Behandlungen, als auch in der Dauer der Anwendung. Die jeweiligen Therapieschwerpunkte richten sich bei der Zielperson in aller Regel auf einzelne Problemstellungen (Kräftigung der Muskulatur, Lymphdrainage, Stabilisierung der Körperhaltung, Verbesserung der Feinmotorik, u.v.a.m) oder auf bestimmte Symptomkomplexe (Schmerzfreiheit durch regelmäßige Übungen in der Bewegung, Verbesserung des sprachlichen Ausdrucks, Verringerung von Schluckstörungen, u.v.a.m.). Im Gegensatz dazu richten sich pflegetherapeutische Interventionen auf die allgemeine Förderung von Fähigkeiten in der Bewältigung der tgl. Selbstpflege. Im Mittelpunkt stehen ebenfalls die Erlangung und Erhaltung der Selbständigkeit (Selbstpflege) und der individuellen Lebensqualität. Eine optimale Zusammenarbeit der therapeutischen Berufsgruppen mit der Pflege bietet eine positive Grundlage für die Betreuung von pflegebedürftigen Menschen.

Ziele unserer pflegetherapeutischen Methoden

Im Zentrum unserer praktischen Arbeit mit unseren Klienten und Angehörigen stehen die Förderung von Fähigkeiten zur selbstbestimmten und eigenständigen Lebensführung.
Angehörige können Methoden erlernen, die Ihnen im Umgang mit konfliktreichen Pflegesituationen in der Familie hilfreich sein werden.
Wir arbeiten mit Familien und Betroffenen an einer langfristigen und klugen Versorgungsplanung zur Bewältigung der Auswirkungen der Pflegebedürftigkeit im Alltag. Hierdurch bieten wir insbesondere im Anschluss an Krankenhausaufenthalte und nach Rehabilitationen ein umfangreiches Betreuungsprogramm.

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