Aktuelles aus der Forschung

Zusammenleben mit Eltern, die von Demenz betroffen sind. Welche Faktoren ermöglichen familiäre Resilienz?

Mit Resilienz wird die Widerstandsfähigkeit von Menschen bezeichnet, mit widrigen Lebensumständen umzugehen. Menschen mit ausreichender Resilienz bewältigen Krisen durch hinreichende Fähigkeiten zur Stressbewältigung und durch Rückgriff auf Ressourcen im persönlichen Umfeld.

In Ihrer Untersuchung haben Melanie Deist und Abraham Greeff untersucht, welche Faktoren die Widerstandsfähigkeit von Angehörigen stärken, die Famileinmitglieder versorgen, die von Demenz betroffen sind. Sie haben 8 Faktoren identifiziert, die besonders hilfreich sind, um die persönliche Widerstandsfähigkeit zur Bewältigung von psychischen und physischen Belastungen zu fördern.

Als Faktoren werden benannt:

Akzeptanz: In der Lage sein, die Situation anzunehmen, ist für 43% der beteiligten Personen ein wichtiger Faktor um die Belastunge zu bewältigen. Die Annahme der Situation wird als ein Chance gesehen, Veränderungen einzuleiten.

Optimismus/Positives Denken: Positiv gestimmt zu sein und sich persönlichen Freiraum und eine Auszeit von der Pflege zu erlauben war für 86% der Teilnehmer ein wichtiger Faktor zur Bewältigung der Auswirkungen. Sie beschreiben, dass negatives Denken und die Verfügbarkeit über 24 Std. zu starken belastungen führen, da man sich nicht genügend abgrenzen kann.

Positive Kommunikationsmuster: 76% der Teilnehmer erklären, dass eine offene und klare Kommunikation hinsichtlich der Prognose der Erkrankung sehr hilfreich ist, um in der Familie eine ehrliche Kommunikation in der Familie zu ermöglichen. Wenn Familienmitglieder die Erwartungen und die individuellen Erfahrungen offen kommunizieren, dann verhindert dies nach Ansicht der Teilnehmer Situationen in denen der Streit in der Familie belastend wird. Der Austausch von Erfahrungen verhilft allen beteiligten Personen bei der Bewältigung der Herausforderungen.

Familienzusammenhalt: Der überwiegende Teil der Studienteilnehmer (62%) ist überzeugt, dass Familien, die zusammenhalten und sich gegenseitig unterstützen zu den elementaren Faktoren gehören, die eine effektive Bewältigung von Belastungen bewirkt.

Spiritualität: 48% der teilnehmenden Familien sind überzeugt, dass der Glaube ihnen hilft, die Situation zu bewältigen. Aber auch spirituelle Aktivitäten und Meditation werden als Faktoren in diesem Bereich benannt.

Soziale Unterstützung: Für alle Teilnehmer war die Unterstützung aus dem familiären Umfeld der Hauptaspekt, um Belastungen zu bewältigen. Hilfreich wird angesehen, ein familiäres Netzwerk der Unterstützung aufzubauen. In diesem Netzwerk können Familienmitglieder, Verwandte, Bekannte, Nachbarn und Helferkreis nebst professionellen Diensten organisiert werden. Dieses Netzwerk dient nach Ansicht der Befragten im Wesentlichen zur eigenen Entlastung. 

Ökonomische Faktoren: 62% sehen die finanzielle Stabilität als bedeutend an, um möglichst unbelastet die Betreuung in der Familie zu übernehmen. Hier sind als wichtigste Bedingungen die persönliche Situation der Erkrankten und die finanziellen Mittel der Kinder benannt worden.

Effektives Symptommanagement: Der Umgang mit den Auswirkungen und Symptomen der Erkrankung wird von 76% der Betragten als wichtiger Faktor im Umgang mit den Erkranten angesehen. Oft haben sie durch Versuch und Irrtum einen Weg gefunden, die Symptome zu beherrschen. Aber auch die effektive Medikation wird als ein wihctiger Faktoren angesehen.

Zusammenfassung

Die Ergebnisse dieser Untersuchung sind ermutigend für Familien, wenn sie die Betreuung von Familienmitgliedern im eigenen Zuhause bewältigen wollen. Allerdings zeigt sich, dass die Anforderungen an die Pflegepersonen enorm sind und das ein stabiles familiäres Umfeld erforderlich ist, um möglichst langfristig die Sorgeverpflichtung aufrecht zu erhalten. Wichtig ist die Information, dass frühzeitig familienorientierte Netzwerke aufgebaut werden sollten.

Quelle: Deist, M.; Greeff, A.P. (2017): Living with a parent with dementia: A family resilience study. dementia, Vol 16 (1), S. 126-141.

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